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Entlassene Bethel-Diakonisse Gabriele Piel ist tot

52-Jährige: Ich gebe mein Leben zurück in Gottes Hand

Berlin

– Die von der baptistischen Diakoniegemeinschaft Bethel in Berlin ausgeschlossene Diakonisse Gabriele Piel (Berlin) ist tot. Die 52-Jährige, die auch als Pastorin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gearbeitet hatte, starb nach schwerer Krankheit am 18. Oktober in Berlin. In einem letzten Brief an ihre Freunde, der ihrer Traueranzeige beigefügt war, wies sie darauf hin, dass der „ungerechtfertigte Rausschmiss“ aus ihrer Schwesternschaft mit verantwortlich für ihre Erkrankung gewesen sei. Diakonisse und Pastorin zu sein, sei ihr Lebensinhalt gewesen. Bis zum Schluss sei sie dieser Berufung treu geblieben. Zusammen mit Piel waren zwei weitere Diakonissen – Rosemarie Megerle (87) in Baden-Württemberg und Jutta Weber (79) in Nepal – aus der Diakoniegemeinschaft ausgeschlossen worden. Die Diakoniegemeinschaft begründete diesen Schritt damit, dass die drei nicht mehr am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen. Piel hatte gegenüber der GEMEINDE erklärte, dass sie dies aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr könne. In den vergangenen fünf Jahren hatte sie 14 schwere Bauchoperationen über sich ergehen lassen müssen und war mehrfach ins Koma gefallen. Auf weitere Operationen habe sie bewusst verzichtet: „Es war kein Aufgeben, sondern ein realistisches Einschätzen der Situation.“ Weiter schreibt sie: „Mein Leben wurde mir von Gott gegeben. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, es wieder in die Hand Gottes zurückzugeben.“ In einem Zwischenbericht über den Fall, der an Gemeindeleiter und Pastor verschickt wurde, weisen drei Pastoren der Freikirche – Dietmar Lütz (Hamburg), Günter Mahler (Stuttgart) und Hans Stapperfenne (Brandenburg) – darauf hin, dass den drei Diakonissen Leid und Unrecht geschehen sei. Bis heute sei kein vernünftiger Grund für die fristlosen Kündigungen genannt worden. Die Diakoniegemeinschaft gehört zum Diakoniewerk Bethel. Im Zuge der Auseinandersetzungen waren aus Protest gegen die Entlassungen vier Aufsichtsratsmitglieder des Diakoniewerks von ihren Ämtern zurückgetreten.

 

Klaus Rösler
(30.10.2015)