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Die Christen hier behandeln uns besser als unsere eigenen Leute

Pastor Frank Wegen besuchte Flüchtlingsprojekt für Syrer im Libanon

Beirut

Die christlichen Angebote für muslimische Flüchtlinge aus Syrien im Libanon stoßen bei diesen auf breite Zustimmung. Diesen Eindruck gewann Pastor Frank Wegen (Erlangen) im Libanon, wo er Hilfsprojekte der dortigen Baptisten besuchte. Wegen ist Komiteeangehöriger des Hilfswerks German Baptist Aid (Wustermark bei Berlin), das diese Aktionen fördert. Unter anderem war Wegen zu Gast in einem Freizeit- und Fortbildungsprojekt für Flüchtlingskinder in Kfar Habou östlich der Großstadt Tripoli im Norden des Landes, das pro Woche von 300 Kindern genutzt wird. Zwei Mütter der Kinder bekannten ihm gegenüber: „Die Christen hier behandeln uns wesentlich besser als unsere eigenen Leute." Unter den 6,2 Millionen Einwohnern des Libanon leben nach offiziellen Angaben 1,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien.

 

Wie Wegen weiter mitteilte, hat das Projekt vor kurzem wegen der gestiegenen Nachfrage neue Räume bezogen. Die Suche sei aufwändig gewesen, weil die Baptisten zunächst keine Bleibe gefunden hätten. Der Ort werde von Anhängern der Maronitisch-katholischen Kirche dominiert, die an Freikirchler nicht vermieteten. Nur in einem Appartementhaus seien sie mit offen Armen empfangen worden. Zum Hintergrund: Vor 20 Jahren hatte der Vater des jetzigen Besitzers einen schweren Verkehrsunfall verschuldet, bei dem ein Baptist ums Leben kam. Dessen Angehörige hätten den Mann besucht und ihm mitgeteilt, dass sie ihm vergeben hätten. Nach dem Tod des Vaters habe sich der Sohn vorgenommen, der Gemeinde irgendwann einmal etwas Gutes zu tun. Und nicht nur das: Die Tochter des Unfallverursachers arbeite heute im Team der Flüchtlingshelfer mit. Dazu Wegen: „Das sind unglaubliche Geschichten, die Gott mit seiner Gemeinde schreibt.“ Zum libanesischen Baptistenbund gehören 32 Gemeinden mit 1.600 Mitgliedern.

Klaus Rösler
(24.05.2017)