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Stettin: Startschuss für baptistisches Begegnungszentrum

Festgottesdienst nach Eingang von Bewilligungsbescheid

Stettin

Mit einem Festgottesdienst haben polnische und deutsche Baptisten den Start der Umbau- und Renovierungsarbeiten des baptistischen Gemeindehauses in Stettin gefeiert. Die kleine 48 Mitglieder zählende Gemeinde will ihr historisches Gemeindezentrum aus dem Jahr 1855 zu einer internationalen ökumenischen Begegnungsstätte ausbauen – mit Café und Sprachschule. Mit dem Café will sie vor allem Menschen erreichen, deren Angehörige im Untersuchungsgefängnis direkt gegenüber des Gemeindehauses einsitzen. Dort soll unter anderem christlicher Lesestoff weitergegeben werden. Der Umbau soll rund eine Million Euro kosten. 700.000 Euro kommen aus der öffentlich Hand. Ein Bewilligungsbescheid ist eingegangen. Für den Rest sind Eigenmittel angesetzt. 100.000 Euro wurden bereits zusammengelegt. Im Gottesdienst dankte Gemeindepastor Robert Merecz für alle bisher erfahrene Unterstützung aus Deutschland. Nach den ersten Planungen hatte die Gemeinde gehofft, schon im vergangenen Jahr die Arbeiten starten zu können. Nun sollen die Bauarbeiten im April 2020 abgeschlossen sein.

 

Unter den Gästen aus Deutschland waren Vertreter der Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern sowie Berlin-Brandenburgs, die seit Jahren das Vorhaben unterstützen. Darunter waren Friedemann Gillert (Eberswalde) und Karl-Heinz Schlag (Malchin). Nach seinen Worten könnte das Haus nach dem Umbau „zu einem Knotenpunkt über Polen hinaus für das ganze Baltikum werden“. Ähnlich sieht es Manfred Dahms (Malchin): „Ich finde es toll, dass sie sich so breit aufstellen, mit Café, Fremdsprachenunterricht und Bücherstube.“ Rolf Ziemke (Güstrow) hat familiäre Bindungen: „Meine Großeltern waren Baptisten und wohnten etwa 80 Kilometer von Stettin entfernt.“

 

Die Baptistengemeinde wurde 1846 von deutschen Baptisten gegründet. Vier Jahre später wurde mit dem Bau des Gemeindehauses begonnen, das 1855 in Anwesenheit von Johann-Gerhard Oncken (1800-1884), dem Begründer des Baptismus auf dem europäischen Festland, eingeweiht wurde. Damals war Stettin die Hauptstadt der preußischen Provinz Pommern. Seit Ende des Zweiten Weltkrieg gehört Stettin zu Polen. Das Gemeindehaus steht ist der Nähe des Bahnhofs und ist die viertälteste Oncken-Kapelle, die in Europa noch erhalten ist. Die Stadtverwaltung hatte den polnischen Baptisten das denkmalgeschützte, vierstöckige Haus 2002 in stark sanierungsbedürftigem Zustand übergegeben.

 

Wer mithelfen will: Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08 - Verwendungszweck: 45108-Stettin

 

Klaus Rösler
(13.12.2018)